AFPA Arbeitsschwerpunkte 2026/27
Mitte Januar stimmte sich der AFPA Marktbeirat über die Prioritäten des Jahres 2026 und 2027 ab. Über allem steht weiterhin das Ziel, sich für den Erhalt selbständiger Versicherungsvermittlung und Finanzberatung in Österreich einzusetzen.
AFPA bleibt auch 2026 eine stabile Interessenvertretung in einer Phase tiefgreifender europäischer Regulierung und zunehmender Unsicherheit. Nach Jahren intensiver Vorgaben hat die EU erkannt, dass Bürokratie und Dokumentationspflichten vielerorts überhandgenommen haben. Mit den neuen Omnibus‑Richtlinien sollen sektorübergreifend echte Entlastungen geschaffen werden: Von vereinfachten Meldepflichten über klare Datenstandards bis zu weniger redundanten Offenlegungen. Diese Entwicklungen entsprechen genau den langjährigen Forderungen von AFPA und unserem europäischen Partnerverband FECIF.
Parallel dazu greift die Kommission bestehende Regelwerke wie Solvency II erneut auf, treibt die Digitalisierung im Rahmen der „Digitalen Dekade“ voran und setzt zentrale Initiativen wie DORA schrittweise um. NIS2 und FIDA befinden sich in Vorbereitung. Die Regulierung von künstlicher Intelligenz wird erweitert, unter anderem durch neue EU‑Haftungsregeln, die Software und KI als Produkte einstufen und damit zusätzliche Haftungsrisiken schaffen.
AFPA versteht sich in diesem Umfeld als Brücke zwischen europäischer Politik, nationaler Aufsicht und gelebter Praxis. Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass europäische Vorgaben zu Stabilität, Nachhaltigkeit, Konsumentenschutz und Digitalisierung nicht zu strukturellen Nachteilen für den österreichischen Markt führen. Besonders für Berater und Vermittler sehen wir das Risiko, dass gut gemeinte Regeln in der Praxis zu Überforderung, Rechtsunsicherheit, wachsender IT‑ und Dokumentationslast und steigenden Kosten führen. Daher unterstützen wir die Omnibus‑Initiativen ausdrücklich und setzen uns dafür ein, dass der vorgesehene Bürokratieabbau in Österreich spürbar und praxistauglich ankommt. Unser Fokus liegt auf klaren Regeln, vorhersehbarer Aufsichtspraxis und fairen Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer, um den Erhalt der selbständigen Finanz- und Versicherungsberatung sicherzustellen. 2026 wird AFPA gezielt für proportionalen Vollzug eintreten, Gold‑Plating verhindern und die nationale Umsetzung so begleiten, dass Entlastungen nicht durch neue Detailvorgaben wieder verloren gehen.
Ein weiterer AFPA-Schwerpunkt liegt auf der demografischen Entwicklung: Alterung und steigende Lebenserwartung bringen alle europäischen Pensions‑ und Gesundheitssysteme unter Druck. EIOPA hat das Schließen der „protection gaps“ erneut als prioritäres Ziel definiert. AFPA hat in einer eigenen Studie die Ursachen österreichischer Versorgungslücken untersucht und diese beim AFPA-Marktdialog mit Konsumentenschutz, Finanz‑ und Steuerexperten diskutiert. Die Ergebnisse bilden 2026 die Grundlage für weitere Aktivitäten, um konkrete, nachhaltige Lösungen zu erzielen. Nicht nur in der Altersvorsorge, sondern ebenso in Sach‑ und Personenversicherungen sowie im Katastrophenschutz, wo protection gaps zunehmend auftreten. Steuerliche Anreize könnten dabei ein wirkungsvolles Instrument sein, um Versorgungslücken zu reduzieren und private wie betriebliche Vorsorge zu stärken. Im Interesse unserer Kunden, der Vermittlerbranche, aber auch der Gesellschaft.
Die AFPA Fachlotsen – mittlerweile neun an der Zahl – unterstützen die Mitgliedsbetriebe in diesen und weiteren Bereichen mit Webinaren, Lotsenberichten, Workshops und Vor-Ort-Begleitung. Zu deren bisherigen Lotsenberichten, Webinar-Beiträgen, Workshop-Vorträgen, etc. kommen Sie hier…
Details zu den einzelnen Projekten finden Sie im Arbeitsprogramm 2026 und in der Event-Terminübersicht:
AFPA Arbeitsprogramm 2026-27
AFPA Leistungsrückschau auf 2025
PS: Die Webinar-/Event-Liste der AFPA im Jahre 2026 finden Sie hier…
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen per Mail an gw@afpa.at