AFPA Gründungsobmann Johannes Muschik blickt auf die ersten 15-Jahre und erzielten Erfolge.
Wettlauf um die Zukunft! Wie die Gewinner von morgen heute in Brüssel mitgestalten.
Neun von zehn Regeln, die unsere tägliche Arbeit in der Finanz- und Versicherungsdienstleistung betreffen, werden von der Europäischen Union, „in Brüssel“ gemacht. Was liegt also näher, als dass Unternehmen, die davon direkt betroffen sind zwei Interessen haben? Rechtzeitig direkte ungefilterte Informationen beschaffen, und sich frühzeitig mit Gremien und Entscheidern in Brüssel vernetzen und dort direkt vertreten, um gezielt Einfluss auf künftige Gesetze und Regularien zu nehmen.
Das wirkt auch heute noch verblüffend einfach, klar, logisch. 15 Jahre zurückliegend war es etwas, das man sich in in weiten Teilen Österreichs nicht vorstellen wollte. „Warten wir ab, bis es aus Brüssel auf unseren Tisch kommt, vorher brauchen wir nichts zu machen!“, so war der allgemeine Tenor. Und in den Köpfen vieler – nicht aller – hat sich dieses Denken bis heute kaum verändert. Eine persönliche Anekdote mag dies veranschaulichen:
Es war im Jahr 2018 auf einer Informationsveranstaltung in Salzburg zur IDD, Insurance Distribution Direktive. Acht Jahre zuvor war ich zum ersten Mal mit Kolleginnen und Kollegen des europäischen Dachverbandes FECIF bei der EU Kommission gewesen, um seitdem an der Neufassung der Versicherungsvertriebsrichtlinie mitzuarbeiten. Nun war ich eingeladen, die praktischen Auswirkungen für die Versicherungsvermittlung einer Gruppe von Marktteilnehmern vorzustellen. Schon bald meldete sich ein Zuhörer zu Wort: „Das soll aus Brüssel kommen? Wenn ja, dann müssen wir das unbedingt verhindern!“. Sein Kollege, der neben ihm saß gab ihm daraufhin einen freundschaftlichen „Schubser“ mit dem Ellbogen und meinte: „Du bist viel zu spät, das kommt so. Hier geht es heute darum, sich vorzubereiten.“ Der damalige Fragesteller ist inzwischen nicht mehr am Markt, sein informierter Kollege hingegen noch erfolgreicher und profitabler unterwegs.
Unternehmen, die nicht in der Lage sind, eine Vorstellung von der Zukunft zu entwickeln, werden an der Zukunft nicht mehr beteiligt sein. Das ist nichts Neues, sondern eine Erkenntnis, die bereits 1994 von den Wirtschaftswissenschaftlern Gary Hamel und C.K. Prahalad in ihrem Buch „Wettlauf um die Zukunft“ beschrieben wurde. Sie zeigen darin, wie Unternehmen mit bahnbrechenden Strategien die Kontrolle über ihre Branche gewinnen und die Märkte von morgen schaffen. Ihre Untersuchungen führten sie zu dem Schluss, dass jene Managementebenen, die einen besseren Vorausblick haben, Dienstleistungen, Produkte und ganze Industrien nach ihren Vorstellungen gestalten. Andere Unternehmen hingegen bemühen sich im selben Zeitraum eher um die Bewahrung der Vergangenheit als um die Erfindung der Zukunft und wagen es selten, geltende Konventionen in Frage zu stellen. Die Autoren haben für diese zweite Gruppe auch eine Bezeichnung definiert: Die Nachzügler.
Seit Gründung der AFPA haben wir unzählige Richtlinien, Direktiven, Gesetze und Leitlinien im Sinne unserer Mitgliedsbetriebe erfolgreich lobbyiert und in trockene Tücher gebracht. Dabei hatten wir stets auch das Wohl der gesamten Finanzdienstleistung- und Versicherungsbranche im Auge. Anstatt abzuwarten oder reflexartig alles aus der EU kommende schlecht zu reden und damit Jahre an wertvoller Zeit zu verlieren, haben unsere Mitgliedsbetriebe frühzeitig in Brüssel mit gesurft, gewusst wo der Hase hinrennt und sich für die herannahende Zukunft bestens aufgestellt. So zählen viele AFPA-Mitglieder seit Jahren zu den erfolgreichsten Unternehmen ihrer Branche. Auch unsere Förderer, etwa Versicherungen, Banken oder IT-Dienstleister behaupten sich seit Jahren überdurchschnittlich erfolgreich am Markt.
Mein Dank und meine Anerkennung gilt all jenen, die dazu beigetragen haben, die AFPA zur direkten Informationsdrehscheibe und Interessensvertretung für Wertpapierfirmen, Versicherungsvermittler und Finanzdienstleiter in Österreich und in der EU zu machen – ob als Mitglieder, Beiräte, Vorstände, im Office-Team, in der IT und an vielen weiteren Stellen. Es sind zu viele, um sie hier alle aufzuzählen – und auch das ist ein Zeichen unseres gemeinsamen Erfolges. Für mich persönlich ist AFPA auch eine langjährige Geschichte von Freundschaften, offenen und direkten Gesprächen, gegenseitigem Wohlwollen und Respekt füreinander.
Als Unternehmer wissen wir, dass wir uns auf Erreichtem niemals ausruhen. Mit großer Freude stelle ich daher fest, dass weitere Vordenker am Markt als Mitglieder zu uns stoßen. Man erkennt auch klar, dass in vielen Betrieben inzwischen die nächste Generation ans Ruder kommt, die wiederum sehr daran interessiert ist, sich zwecks Mitgestaltung ihrer Märkte mit führenden Köpfen zu vernetzen. An dieser Stelle führt heute in Österreich kein Weg mehr an der AFPA vorbei. Wir sind die logische erste Wahl wenn es darum geht, sich für den Wettlauf um die Zukunft in der Finanz- und Versicherungsbranche gut zu rüsten. Es bleibt spannend und die Arbeit geht uns nicht aus, soviel steht fest.
Unserem Executive Team, das auch schon der nächsten Generation angehört, und der AFPA als Organisation wünsche ich alles Gute und viel Erfolg im Sinne der Mitgliedsbetriebe für die nächsten 15 Jahre!
Zur Person:
Johannes Muschik ist Gründungsmitglied der AFPA und hat die Interessensvertretung zwölf Jahre als Obmann geleitet. Insgesamt 20 Jahre war er Vorstandsmitglied des EU-Dachverbands FECIF, sechs Jahre davon im Executive Team und als Chairman tätig. Johannes ist im beruflichen Leben geschäftsführender Gesellschafter der VERMAK GmbH mit Sitz in Wien. Sein Unternehmen ist der Marktführer bei firmenspezifischen Weiterbildungen für die Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche in Österreich und stellt mit quick&proper auch eine digitale Lernwelt für Unternehmen bereit.
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